TST-01 Zugprüfgerät

Das Zugprüfgerät TST-01 verbindet präzise Kraftmessung, kontrollierte Prüfgeschwindigkeit und modulare Prüfvorrichtungen in einer vielseitig einsetzbaren Laborplattform. Von der Zugprüfung von Kunststofffolien über die Zugfestigkeitsprüfung von Elastomeren bis zur Schäl-, Weiterreiß- und Siegelnahtfestigkeitsprüfung kann das System an unterschiedliche Material- und Verpackungsanwendungen angepasst werden.

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Product Feature

Technisches Merkmal Spezifikation
Prüfkraftbereich 0–500 N; optional 50 N, 100 N, 200 N sowie bis 1 kN
Prüfgeschwindigkeit 1–500 mm/min
Hub 800 mm; kundenspezifisch anpassbar
Wegauflösung ±0,01 mm
Genauigkeit 0,5 % vom Endwert
Probenbreite Standardmäßig 27 mm; kundenspezifische Breiten möglich
Steuerung SPS
Bedienung 7″-HMI-Touchscreen
Antrieb Präzisions-Kugelgewindetrieb
Datenausgabe Display; optional Thermodrucker und RS-232
Stromversorgung AC 110–220 V, 50/60 Hz

Zugprüfgerät – Grundlagen und Überblick

Das Zugprüfgerät TST-01 dient zur Bestimmung mechanischer Eigenschaften von Folien, Kunststoffbahnen, Klebebändern, Elastomeren, Verbundmaterialien, Papier, Textilien und weiteren Werkstoffen. Als vielseitige Zugprüfmaschine ermöglicht der TST-01 neben der klassischen Zugprüfung auch Schäl-, Weiterreiß-, Siegelnahtfestigkeits- und Durchstoßprüfungen mit geeigneten Prüfvorrichtungen. Damit eignet sich das System insbesondere für Laborprüfung, Qualitätskontrolle, Materialentwicklung und Prozessvalidierung in der Verpackungs-, Medizin-, Pharma- und Kunststoffindustrie.

Bei der Auswahl eines Zugprüfgeräts sind jedoch nicht nur Kraftbereich und Prüfgeschwindigkeit entscheidend. Ebenso wichtig sind eine reproduzierbare Krafteinleitung, geeignete Spannzeuge, eine stabile Wegführung, definierte Prüfbedingungen und eine Auswertung, die zum jeweiligen Prüfverfahren passt. Der TST-01 kombiniert diese Anforderungen mit einer SPS-Steuerung, einem 7″-HMI und einem Präzisions-Kugelgewindetrieb.

Was ist ein Zugprüfgerät?

Ein Zugprüfgerät bestimmt das Verhalten eines Prüfkörpers unter einer kontrollierten Zugbelastung. Die Probe wird zwischen zwei Spannzeugen befestigt. Anschließend bewegt sich ein Spannzeug mit definierter Geschwindigkeit, während die auf die Probe wirkende Kraft und der Prüfweg kontinuierlich erfasst werden.

Aus der resultierenden Kraft-Weg- bzw. Aus der Kraft-Dehnungs-Kurve lassen sich je nach Material und Prüfverfahren unterschiedliche Kennwerte ableiten:

  • Zugfestigkeit
  • Maximalkraft
  • Dehnung
  • Dehnung bei Bruch
  • Kraft bei definierter Dehnung
  • Schälkraft
  • Weiterreißkraft
  • Siegelnahtfestigkeit
  • Bruchverhalten

Bei einer Zugfestigkeitsprüfung müssen Probengeometrie, Prüfgeschwindigkeit, Einspannung und Materialkonditionierung kontrolliert werden. Gerade bei dünnen Kunststofffolien können bereits Unterschiede in Probendicke, Schnittkante oder Einspannbedingungen die Messergebnisse beeinflussen. ASTM D882 weist ausdrücklich darauf hin, dass unter anderem Probendicke, Probenvorbereitung, Prüfgeschwindigkeit, Spannzeuge und die Bestimmung der Dehnung die Ergebnisse beeinflussen können.

Warum ist Zugprüfung für die Qualitätssicherung wichtig?

Materialien müssen während ihrer Verarbeitung und späteren Anwendung mechanische Belastungen zuverlässig aufnehmen. Eine Verpackungsfolie darf beispielsweise beim Öffnen oder Transport nicht unerwartet versagen. Ein medizinischer Vliesstoff muss definierte mechanische Eigenschaften aufweisen. Ein Klebeband benötigt eine reproduzierbare Haft- und Schälleistung.

Die Zugprüfung liefert hierfür quantitative Kennwerte und ermöglicht den direkten Vergleich zwischen:

  • unterschiedlichen Materialrezepturen,
  • Lieferanten und Chargen,
  • Produktionsbedingungen,
  • Beschichtungen und Laminataufbauten,
  • verschiedenen Folienstärken,
  • unterschiedlichen Klebstoffsystemen.

Damit unterstützt ein Zugprüfgerät sowohl die Wareneingangskontrolle als auch Forschung und Entwicklung, Prozessoptimierung und Reklamationsanalysen.

Besonders bei flexiblen Verpackungsmaterialien ermöglicht die Zugfestigkeitsprüfung eine objektive Beurteilung der mechanischen Belastbarkeit. Bei Kunststofffolien kann beispielsweise die Kombination aus Zugfestigkeit und Bruchdehnung Hinweise darauf geben, ob eine Folie eher hochfest und steif oder dehnbar und duktil ausgelegt ist.

Wie wird eine Zugfestigkeitsprüfung durchgeführt?

Der konkrete Prüfablauf hängt vom Material und der zugrunde liegenden Norm ab. Das allgemeine Prinzip bleibt jedoch vergleichbar.

1. Probenvorbereitung

Die Probe wird entsprechend dem jeweiligen Prüfverfahren zugeschnitten. Bei Folien können beispielsweise Streifen mit definierter Breite verwendet werden. Für Elastomere kommen häufig genormte Probekörper zum Einsatz.

2. Einspannen

Die Probe wird mittig und möglichst fluchtend zwischen den Spannzeugen befestigt. Eine ungleichmäßige Einspannung kann zu lokalen Spannungsspitzen oder vorzeitigem Versagen führen.

3. Festlegen der Prüfparameter

Vor Beginn der Messung werden unter anderem Prüfgeschwindigkeit, Kraftbereich und gegebenenfalls Messlänge beziehungsweise Wegparameter eingestellt.

4. Durchführung

Das bewegliche Spannzeug fährt mit der definierten Geschwindigkeit. Das Prüfgerät erfasst die aufgebrachte Kraft und den Weg kontinuierlich.

5. Ermittlung der Kennwerte

Die Software beziehungsweise Steuerung bestimmt aus den Messdaten relevante Kennwerte wie Maximalkraft, Zugfestigkeit oder Dehnung.

6. Bewertung des Bruchverhaltens

Neben dem Zahlenwert sollte das tatsächliche Versagensbild berücksichtigt werden. Besonders bei Folien, Laminaten und Verbundmaterialien können unterschiedliche Brucharten auf Materialfehler, Delaminierung oder eine unzureichende Krafteinleitung hinweisen.

Zugprüfung von Kunststofffolien

Die Zugprüfung von Kunststofffolien gehört zu den wichtigsten Anwendungen eines universellen Zugprüfgeräts. Dünne Kunststofffolien werden typischerweise als Streifen geprüft und unter kontrollierter Geschwindigkeit bis zum Versagen belastet.

ASTM D882 beschreibt die Bestimmung der Zugeigenschaften dünner Kunststoffbahnen und Folien. Die Norm gilt grundsätzlich für Kunststoffbahnen mit einer Dicke unter 1,0 mm; für dünne Folien wird sie gegenüber ASTM D638 bevorzugt.

Typische Materialien sind:

  • PE-Folien
  • PP-Folien
  • PET-Folien
  • PA-Folien
  • PVC-Folien
  • Schrumpffolien
  • Stretchfolien
  • Verbundfolien
  • beschichtete Folien
  • pharmazeutische Verpackungsfolien
  • medizinische Verpackungsfolien

Für Verpackungsentwickler sind insbesondere Zugfestigkeit und Dehnung relevant. Eine hohe Zugfestigkeit allein bedeutet nicht automatisch eine optimale Verpackungsleistung. Die Kombination aus Festigkeit, Dehnung, Bruchverhalten und Materialdicke ermöglicht eine wesentlich aussagekräftigere Bewertung.

Relevante Prüfverfahren im Überblick

PrüfaufgabeTypische MaterialienRelevantes Verfahren / Norm
ZugprüfungGummi, ElastomereISO 37
Zugprüfung von KunststofffolienKunststofffolien, KunststoffbahnenASTM D882
Zugprüfung von KunststoffenKunststoffprobenASTM D638
SchälhaftungHaftklebebänderASTM D3330/D3330M
SiegelnahtfestigkeitFlexible BarrierematerialienASTM F88/F88M
WeiterreißprüfungKunststofffolienASTM D1938
Zugeigenschaften von PapierPapier und PappeJIS P 8113
Kraftmessung / KalibrierungUniversalprüfmaschinenASTM E4

Geeignete Prüfvorrichtungen und Erweiterungen

Ein wesentlicher Vorteil einer modular aufgebauten Zugprüfmaschine liegt in der Möglichkeit, verschiedene Prüfvorrichtungen einzusetzen. Dadurch kann das Grundgerät unterschiedliche Prüfaufgaben abdecken.

Für den TST-01 stehen je nach Anwendung beziehungsweise kundenspezifischer Auslegung Vorrichtungen für folgende Prüfungen zur Verfügung:

  • Zugfestigkeitsprüfung
  • Dehnungsprüfung
  • 90°-Schälprüfung
  • 180°-Schälprüfung
  • Siegelnahtfestigkeitsprüfung
  • Weiterreißprüfung
  • Durchstoßprüfung
  • Durchdringungsprüfung
  • Haftkraftprüfung
  • Reibungskoeffizientenprüfung
  • Druckprüfung
  • Top-Load-Prüfung
  • Spritzenprüfung
  • Kanülenprüfung
  • Bruchfestigkeitsprüfung
  • Härteprüfung
  • Gelstärkeprüfung
  • Texturanalyse

Damit eignet sich der TST-01 nicht nur als klassisches Zugprüfgerät, sondern als flexibel konfigurierbare Kraftprüfplattform für unterschiedliche Laboranwendungen.

Vorteile für Forschung, Entwicklung und Qualitätskontrolle

Ein vielseitiges Zugprüfgerät bietet insbesondere dann Vorteile, wenn ein Labor unterschiedliche Materialien und Prüfaufgaben untersucht.

Für Forschung und Entwicklung ermöglicht die Zugprüfung den Vergleich neuer Materialrezepturen, Schichtaufbauten und Produktionsparameter.

Für die Qualitätskontrolle lassen sich Wareneingang, Zwischenprodukte und Fertigprodukte anhand definierter mechanischer Kennwerte überprüfen.

Für Verpackungsentwickler können Folien, Laminate und Siegelnähte hinsichtlich ihrer mechanischen Leistungsfähigkeit untersucht werden.

Für medizinische und pharmazeutische Anwendungen lassen sich beispielsweise Vliesstoffe, Verbundmaterialien, Verpackungsfolien und Haftmaterialien prüfen.

Für Einkaufs- und Qualitätsverantwortliche liefern standardisierte Prüfungen objektive Vergleichsdaten für Lieferanten, Chargen und Spezifikationen.

Welche Zugprüfmaschine ist für die jeweilige Anwendung geeignet?

Die Auswahl sollte nicht allein anhand der maximalen Prüfkraft erfolgen. Entscheidend sind vielmehr die Kombination aus Prüfaufgabe, Material, Probengeometrie und Norm.

AuswahlkriteriumWarum es wichtig ist
KraftbereichVerhindert eine unnötig hohe oder zu geringe Messbereichsauswahl
PrüfgeschwindigkeitMuss zum jeweiligen Prüfverfahren passen
SpannzeugeEntscheidend für sichere und reproduzierbare Krafteinleitung
HubRelevant bei Materialien mit hoher Dehnung
WegauflösungWichtig für präzise Dehnungsmessungen
ProbenbreiteMuss zur jeweiligen Probengeometrie passen
Software / PrüfprogrammeVereinfacht wiederkehrende Prüfabläufe
DatenausgabeRelevant für Dokumentation und Qualitätsmanagement
ErweiterbarkeitErmöglicht zusätzliche Prüfmethoden mit demselben Grundgerät

Bei der konkreten Auslegung sollten außerdem die aktuelle Ausgabe der jeweiligen Norm, die geforderte Probengeometrie und die gewünschte Messgröße berücksichtigt werden.

Normenkonformität richtig bewerten

Ein Prüfgerät sollte nicht allein deshalb als „normkonform“ bezeichnet werden, weil eine bestimmte Norm in einer Produktbeschreibung aufgeführt ist. Die tatsächliche Eignung hängt vom vollständigen Prüfaufbau ab.

Dazu gehören:

  • Prüfgerät und Kraftmessbereich
  • Spannzeuge
  • Probenabmessungen
  • Prüfgeschwindigkeit
  • Messweg beziehungsweise Dehnungsmessung
  • Probenkonditionierung
  • Prüfverfahren
  • Auswertung
  • Kalibrierung und Verifizierung

Fazit

Das TST-01 Zugprüfgerät ist eine vielseitige Kraftprüfmaschine zur Bestimmung mechanischer Eigenschaften von Kunststofffolien, Papier, Elastomeren, Klebebändern, Verbundmaterialien und weiteren Werkstoffen. Es ermittelt unter kontrollierter Belastung unter anderem Zugfestigkeit, Maximalkraft und Dehnung. Mit geeigneten Prüfvorrichtungen lassen sich zusätzlich Schäl-, Weiterreiß-, Siegelnahtfestigkeits-, Durchstoß- und weitere Kraftprüfungen durchführen.

Der TST-01 kann auf unterschiedliche Materialien, Probengeometrien und Prüfaufgaben abgestimmt werden. Neben Standardspannzeugen sind kundenspezifische Vorrichtungen und Mehrstationen-Prüfsysteme für spezielle Anwendungen möglich. Wenn Sie eine Zugprüfung nach ISO 37, ASTM D882, ASTM F88 oder einem anderen Prüfverfahren durchführen möchten, sollte die Auswahl von Kraftbereich, Spannzeug und Prüfparametern auf die konkrete Anwendung abgestimmt werden. Kontaktieren Sie Cell Instruments für eine technische Beratung und eine passende Prüflösung.

Tear Test Standard

ISO 37, ASTM D882, ASTM E4, ASTM D3330, ASTM F904,ASTM F88, ASTM D1938, JIS P8113, USP <881>, ASTM D202

Tear Test Method

Zugprüfung

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